{"id":97,"date":"2009-07-07T19:08:38","date_gmt":"2009-07-07T17:08:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.math.uni-leipzig.de\/fachschaft\/?p=97"},"modified":"2019-05-28T22:12:00","modified_gmt":"2019-05-28T20:12:00","slug":"stura-pressemitteilung-der-landesstudierendenvertretungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.math.uni-leipzig.de\/fachschaft\/2009\/07\/stura-pressemitteilung-der-landesstudierendenvertretungen\/","title":{"rendered":"[STURA] Pressemitteilung der Landesstudierendenvertretungen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" title=\"Bildungsstreik\" src=\"http:\/\/www.in-einer-schule-gemeinsam-lernen-bw.de\/bw\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/bildungsstreik_2009_2_plakat_vorschau3.jpg\" alt=\"\" width=\"120\" height=\"170\" \/><em>Gemeinsame Presseerkl\u00e4rung der Landesstudierendenvertretungen Bayern,Baden-W\u00fcrttemberg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen,Schleswig-Holstein, Th\u00fcringen<br \/>\n<\/em><br \/>\n<strong>Diskussion  der Reform ohne VertreterInnen \u2013 StudierendenvertreterInnen kritisieren Vorgehen der Bundesregierung zur Reflektion  der bisherigen Bologna-Umsetzung<!--more--><\/strong><\/p>\n<p>Berlin. Als Reaktion auf die Proteste Hunderttausender gegen die Zust\u00e4nde im deutschen Bildungssystem w\u00e4hrend des bundesweiten Bildungsstreiks wurde von Bundesbildungsministerin Schavan hastig eine \u201cKonferenz\u201c  zur Diskussion der Bologna-Reformen angek\u00fcndigt. Jedoch bleiben die von Schavan zun\u00e4chst als \u201egestrig\u201c bezeichneten KritikerInnen an Schulen und Hochschulen zu gro\u00dfen Teilen au\u00dfen vor.<\/p>\n<p>Der bundesweite Bildungsstreik wurde von einer offenen Vorbereitungsgruppe initiiert und dezentral von lokalen Streikb\u00fcndnissen organisiert. Anstatt den Versuch zu unternehmen, mit den Aktiven vor Ort ins Gespr\u00e4ch zu kommen, erleben wir mit diesem Treffen einen Versuch des Zentralismus, der dem Bildungsstreik nicht gerecht wird und nicht gerecht werden kann. Wir fordern die f\u00fcr die derzeitige Bildungsmisere Verantwortlichen auf, sich vor Ort mit den Betroffenen auseinanderzusetzen. Wir als legitimierte VertreterInnen der Studierenden in den L\u00e4ndern, die in einigen L\u00e4ndern per Gesetz festgeschrieben sind, werden mit unseren Hinweisen und Ideen seit Jahren von den Entscheidungstr\u00e4gerInnen ignoriert. Diese Ignoranz gegen\u00fcber Studierenden und Sch\u00fclerInnen hat den Bildungsstreik erst notwendig gemacht.<\/p>\n<p>\u201eDie jetzige \u201eKonferenz\u201c h\u00e4tte genutzt werden m\u00fcssen, um die eklatanten Fehler  der Studienreform und m\u00f6gliche L\u00f6sungsans\u00e4tze konstruktiv zu diskutieren und Verbesserungen f\u00fcr die Studierenden auf den Weg zu bringen.\u201c erkl\u00e4rt Jan Olbrecht von der LandesAStenKonferenz (LAK) Rheinland-Pfalz. \u201eLeider ist das heutige Treffen nichts als Augenwischerei, denn die von den Studierenden gew\u00e4hlten Studierendenvertretungen wurden trotz mehrfacher Anfragen explizit nicht eingeladen. Eine kritische Auseinandersetzung ist offensichtlich nicht gewollt.\u201c berichtet Thomas Oertel, Sprecher der Konferenz der S\u00e4chsischen Studierendenr\u00e4te (KSS). Stattdessen wurden VertreterInnen der Hochschulgruppen der Parteien sowie kirchliche VertreterInnen eingeladen. Aus Sicht der Landesstudierendenvertretungen sind diese studentischen TeilnehmerInnen nicht legitimiert, als studentische Interessenvertretung<br \/>\nzu sprechen. Trotz der kurzen Vorbereitungszeit und der geringen Hoffnung auf eine Beteiligungsm\u00f6glichkeit organisierten die<br \/>\nLandesstudierendenvertretungen ein gemeinsames Treffen in Berlin um gemeinsame Positionen und konkrete Vorschl\u00e4ge zu erarbeiten. \u201eNiemand kennt die Probleme der Studierenden mit den Auswirkungen der Reformen besser als die Studierenden, die ihre legitimen<br \/>\nStudierendenvertretungen gew\u00e4hlt haben. Daher m\u00fcssen die studentischen VertreterInnen geh\u00f6rt werden.\u201c sagt Albrecht Vorster von der LAK Baden-W\u00fcrttemberg.<\/p>\n<p>Die Einbindung von Studierenden in den Reformprozess ist eines der Ziele der Bologna-Erkl\u00e4rung. \u201eDie Nichtbeachtung der in den meisten Bundesl\u00e4ndern per Gesetz eingerichteten studentischen Vertretungsorgane schmerzt daher umso mehr\u201c, kommentiert Jan Hauke von der LAK Schleswig-Holstein. Wir waren und sind jederzeit zu Gespr\u00e4chen bereit und fordern die Verantwortlichen auf, im f\u00f6deralistischen System die Landesvertretungen der Studierenden zu den relevanten Treffen wie der Kultusministerkonferenz<br \/>\neinzuladen. Die Lage des Bildungssystems duldet keinerlei Aufschub oder Halbherzigkeiten mehr und darf nicht f\u00fcr Wahlkampfman\u00f6ver missbraucht werden. Eine umfassende Evaluation und Korrektur der Reformumsetzung in Deutschland muss auf allen Ebenen von Bund, L\u00e4ndern und Hochschulen erfolgen.<\/p>\n<p>\u201eWir fordern ein integratives und kein selektives Bildungssystem\u201c, so Andreas Marx von der LAK Niedersachen. \u201eEin selbstbestimmtes Lernen, unabh\u00e4ngig von Regelstudienzeiten, mit freier F\u00e4cher- und Modulwahl und ohne Verschulung ist f\u00fcr ein Studium essentiell, das vor allem Pers\u00f6nlichkeiten bilden soll\u201c sagt Felix Ihle von der Konferenz Th\u00fcringer Studierendenschaften (KTS). \u201eEin Studium darf nicht auf wirtschaftliche Verwertbarkeit reduziert werden.\u201c erg\u00e4nzt Florian Krause von der LAK Rheinland-Pfalz.<br \/>\nAls erste sofortige Ma\u00dfnahmen fordern wir:<\/p>\n<ol>\n<li> Abschaffung aller Bildungsgeb\u00fchren, da diese die soziale Selektion des Hochschulzugangs weiter versch\u00e4rfen.<\/li>\n<li> Freien Hochschulzugang und insbesondere freien Zugang zum Master<\/li>\n<li>Die Schaffung von hinreichend vielen und attraktiven Studienpl\u00e4tzen f\u00fcr alle Studieninteressierten<\/li>\n<li>Eine bessere Finanzierung des Hochschulsystems, breite F\u00e4cherf\u00f6rderung statt Leuchtturmf\u00f6rderung und die in der Bologna-Erkl\u00e4rung zugesicherte Verbesserung der Betreuungsrelation ohne prek\u00e4re Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisse<\/li>\n<li>Umsetzung eines bedarfsdeckenden und elternunabh\u00e4ngigen BAF\u00f6G Einen dauerhafte F\u00f6rderung der Sozialstruktur und der Studentenwerke<\/li>\n<li>Die Demokratisierung der Hochschulen dahingehend, dass Entscheidungskompetenzen bei den Betroffenen angesiedelt sind<\/li>\n<li>Die Festschreibung Verfasster Studierendenschaften mit Mitspracherecht zu gesellschaftlichen und politischen Themen als selbstverst\u00e4ndlicher Teil der Hochschulgesetzgebung<\/li>\n<\/ol>\n<p>Wer regelm\u00e4\u00dfig auf dem neusten Stand sein will, kann sich in die <a href=\"https:\/\/mailman.tu-chemnitz.de\/mailman\/listinfo\/kss-presse\" target=\"_blank\">Mailingliste<\/a> eintragen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gemeinsame Presseerkl\u00e4rung der Landesstudierendenvertretungen Bayern,Baden-W\u00fcrttemberg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen,Schleswig-Holstein, Th\u00fcringen Diskussion der Reform ohne VertreterInnen \u2013 StudierendenvertreterInnen kritisieren Vorgehen der Bundesregierung zur Reflektion der bisherigen Bologna-Umsetzung<\/p>\n","protected":false},"author":1660,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-97","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemeines"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.math.uni-leipzig.de\/fachschaft\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/97","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.math.uni-leipzig.de\/fachschaft\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.math.uni-leipzig.de\/fachschaft\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.math.uni-leipzig.de\/fachschaft\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1660"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.math.uni-leipzig.de\/fachschaft\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=97"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.math.uni-leipzig.de\/fachschaft\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/97\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2780,"href":"https:\/\/www.math.uni-leipzig.de\/fachschaft\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/97\/revisions\/2780"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.math.uni-leipzig.de\/fachschaft\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=97"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.math.uni-leipzig.de\/fachschaft\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=97"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.math.uni-leipzig.de\/fachschaft\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=97"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}