William Threlfal

William Threlfal
(1888 – 1949)

William Richard Maximilian Hugo Threlfall wird am 25. Juni 1888 in Dresden geboren. Hier legt er 1907 sein Abitur ab und geht nach Jena, um Chemie zu studieren. Nachdem er dieses absolviert, beginnt er 1911 sein Mathematikstudium in Göttingen. Als Threlfall drei Jahre später auch dieses Studium beendet hat, ist er einige Zeit als Privatgelehrter und Landwirt bei Dresden tätig.

1926 promoviert er bei Friedrich Levi und Otto Hölder an der Universität Leipzig über Regelmäßige Flächenteilung. Bereits ein Jahr später habilitierte er sich mit seinem Werk über Gruppenbilder an der TH Dresden. In dieser Zeit lehrt er als Wissenschaftliche Hilfskraft, Assistent (1927-1933) und außerordentlicher Professor (1933-1936) in Dresden und hält Vorlesungen über Topologie. Unter den Hörern war der 20 Jahre alte Herbert Seifert. Threlfall und Seifert führen eine enge Freundschaft und arbeiten fortan bis zu Threlfalls Tod zusammen. Sie veröffentlichen die bedeutenden Werke Lehrbuch der Topologie (1934) und Variationsrechnung im Großen (1938). Letzteres Werk wird auch häufig als „Morse Theorie“ bezeichnet und ist ein Bindeglied zwischen Topologie, Differentialgeometrie und Analysis.

Im April 1936 wird Threlfall für eine außerordentliche Professur nach Halle berufen. Schon im Oktober 1938 bekommt er eine ordentliche Professur in Frankfurt am Main bis er im SS 1943 beurlaubt wird. Er arbeitet zunächst am Institut für Gasdynamik in Braunschweig und von 1944 bis 1946 am mathematischen Forschungsinstitut in Oberwolfach. 1946 wird er zum ordentlichen Professor in Heidelberg berufen. Am 04. April 1949 stirbt Threlfall bei einem Aufenthalt in Oberwolfach.

Letzte Änderung: 10. März 2015