Erich Kähler

Erich Kähler
(1906 – 2000)

Erich Kähler wird am 16. Januar 1906 in Leipzig geboren und besucht hier die Leibnizoberrealschule. Nach seinem Studium der Mathematik, Astronomie und Physik promoviert er 1928 bei Leon Lichtenstein zum Thema Über die Existenz von Gleichgewichtsfiguren rotierender Flüssigkeiten, die sich aus gewissen Lösungen des n-Körperproblems ableiten. Bereits zwei Jahre später habilitiert er bei Wilhelm Blaschke an der Hamburger Universität mit der Schrift Über die Integrale algebraischer Differentialgleichungen.

Nach seinen Tätigkeiten als Privatdozent in Hamburg (ab 1930) und als ordentlicher Professor an der Universität Königsberg (ab 1936), übernimmt er zum Wintersemester 1948/49 die Nachfolge von Paul Koebe an der Universität Leipzig, was nicht zuletzt dem damaligen Direktor des Mathematischen Instituts, Ernst Hölder, zu verdanken ist.

Während seiner zehnjährigen umfangreichen Lehr- und Forschungstätigkeit an der Leipziger Universität hält Kähler eine Vielzahl von Vorlesungen, so beispielsweise zur Algebraischen Geometrie und zu Algebraischen Funktionen. Den Höhepunkt seiner Leipziger Schaffensperiode stellt die Herausgabe der Geometria aritmetica dar. Kähler ist hierbei in außerordentlicher Weise eine Synthese der italienischen Richtung der Algebraischen Geometrie und der deutschen arithmetischen Richtung gelungen, die ihn weltweite Anerkennung einbrachte. Am 31. Mai 2000 stirbt Kähler im Alter von 94 Jahren in Hamburg.

Seine Publikationen machen deutlich, dass man Kähler als Mathematiker nur richtig verstehen kann, wenn man ihn auch als Physiker, Astronom und Philosoph begreift.

Letzte Änderung: 10. März 2015