Was ist Zufall, und wie kam er in die Mathematik?

Mittwoch, 29. Mai 2013, 19:00 Uhr

  • Prof. Dr. Wolfgang König: Professor für Wahrscheinlichkeitstheorie, Technischen Universität Berlin und Weierstraß-Institut für Angewandte Analysis und Stochastik
  • Städtisches Kaufhaus Leipzig, Neumarkt 9-19, Atrium
    In den Räumen der Ausstellung “Experimente-Werkstatt Mathematik”

Gibt es Zufall wirklich, oder ist er nur ein menschliches Konstrukt? Wie kann man ihn mit wissenschaftlichen Methoden fassen? Diese Fragen beschäftigen seit Jahrhunderten viele Denker und Forscher, darunter auch viele Mathematiker. Die Etablierung des Zufalls als eine mathematische Teildisziplin stellte sich dabei als eine schwierige Aufgabe heraus, welche erst in den 1930er Jahren zufriedenstellend gelöst werden konnte. Der Vortrag veranschaulicht einen Teil dieser Probleme und ihrer Lösungen. Am Beispiel der Brown’schen Bewegung wird deutlich, wie mehrere Wissenschaften wie Biologie, Physik und Mathematik zusammenarbeiten mussten, damit die faszinierende Entdeckung des schottischen Botanikers Robert Brown im Jahre 1827 letztendlich eine rigorose Erklärung fand – mit Methoden der Wahrscheinlichkeitstheorie als ein stochastischer Prozess!

Der Mathematiker Wolfgang König studierte an der TU Berlin und promovierte an der Universität Zürich in Wahrscheinlichkeitstheorie. Nach Stationen in
Nimwegen, Berlin, Toronto, Bristol und Köln hatte er von 2004 bis 2009 eine Professur für Stochastische Prozesse an der Universität Leipzig inne. Im akademischen Jahr 2008/09 bekleidete er außerdem das Amt des Dekans seiner Fakultät. Danach wechselte er an die TU Berlin und das Weierstraß-Institut für Angewandte Analysis und Stochastik.

In seiner Forschung analysiert Wolfgang König große zufällige Systeme mit Interaktionen, deren Motiva- tionen aus Physik und Telekommunikation stammen. Der Stadt Leipzig ist er als Vorsitzender des Inspirata– Zentrum für mathematische und naturwissenschaft- liche Bildung e.V. nach wie vor verbunden.

Für weitere Informationen siehe das Poster zu dieser Veranstaltung.

Eine Videoaufzeichnung vom Vortrag findet man auf der Seite des Max-Planck-Instituts.

Letzte Änderung: 20. November 2016