Adam Riese und die Macht der Logarithmen

  • Prof. Dr. Günter M. Ziegler: Professor für Mathematik, Freie Universität Berlin
  • Alte Handelsbörse, Mittwoch, 11. Januar 2012, 19:00 Uhr

Die Rechenbücher des frühen 16. Jahrhunderts – darunter die von Adam Ries, der in Annaberg in Sachsen eine Rechenschule betrieb – haben
die Deutschen mit der Fähigkeit ausgestattet, ihre Zahlen-Angelegenheiten selbst in die Hand zu nehmen. Das war ein wichtiger Schritt zu mehr Autonomie im eigenen Handeln – und die Chance, selbst Verantwortung zu übernehmen.

Nun ist über die Jahrhunderte die Mathematik, die in unser Leben eingreift, etwas komplizierter und immer umfassender geworden.
Wie autonom sind wir, können wir sein in den Zeiten von professionellen Prognosen und Simulationen, Data Mining und Risikoanalysen?
Ist uns Einzelnen das Heft des Handelns wieder aus der Hand genommen worden? Und nehmen mathematische Analysen inzwischen auch der Politik alle Entscheidungsspielräume?

Prof. Günter M. Ziegler, Jahrgang 1963, hat 1987 am Massachusetts Institute of Technology in Cambridge promoviert und 1992 an der TU
Berlin habilitiert. Seit März 2011 ist er Professor für Mathematik an der FU Berlin. Für seine Forschung in der Diskreten Geometrie wurde er u.a. 2001 mit dem Gottfried Wilhelm Leibniz- Preis der DFG ausgezeichnet.

Von 2006 bis 2008 war Ziegler der Präsident der Deutschen Mathematiker-Vereinigung. Er engagiert sich für ein vielfältiges und leben- diges Bild der Mathematik in der Öffentlichkeit; er war ein Initiator des Jahres der Mathematik 2008. 2010 erschien sein Buch »Darf ich Zahlen? Geschichten aus der Mathematik«.

für weitere Informationen siehe das Poster zu dieser Veranstaltung.

Letzte Änderung: 16. Juni 2013